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Arten von Qualifikationen

QualifikationQualifiziertes Delikt
Aktualisiert vor 9 Tagen

Was versteht man unter Vorsatzqualifikation und Erfolgsqualifikation? Wie unterscheiden sie sich?

Bei Qualifikationen von Straftatbeständen unterscheidet man zwei Arten: die Vorsatzqualifikation und die Erfolgsqualifikation.

Die Vorsatzqualifikation wird auch als qualifiziertes Delikt oder echte Qualifikation bezeichnet. Bei ihr ist Vorsatz auch bezüglich aller Tatbestandsmerkmale der Qualifikation erforderlich. Ein Beispiel hierfür ist die gefährliche Körperverletzung mit einer Waffe gemäß § 224 Abs. 1 Nr. 2 Alt. 2 StGB. Sie stellt eine Vorsatzqualifikation für die einfache Körperverletzung gemäß § 223 Abs. 1 StGB dar. Das bedeutet, dass sich der Vorsatz nicht nur auf die Verletzung des Körpers beziehen muss, sondern auch auf die Begehung mittels einer Waffe. Die Vorsatzqualifikation ist die normale Form der Qualifikation, die immer dann vorliegt, wenn keine Erfolgsqualifikation gegeben ist.

Die Erfolgsqualifikation, auch erfolgsqualifiziertes Delikt genannt, unterscheidet sich hiervon grundlegend. Bei ihr ist hinsichtlich der qualifizierenden Folge nur Fahrlässigkeit erforderlich, wie § 18 StGB klarstellt. Der Vorsatz muss sich also nur auf das Grunddelikt beziehen, nicht auf die qualifizierende Folge. Trotz dieser Vorsatz-Fahrlässigkeitskombination handelt es sich gemäß § 11 Abs. 2 StGB insgesamt um ein Vorsatzdelikt. Ein Beispiel ist die Körperverletzung mit Todesfolge gemäß § 227 StGB als Erfolgsqualifikation für die Körperverletzung gemäß § 223 Abs. 1 StGB. Der Vorsatz muss sich hier nicht auf die Tötung eines Menschen beziehen, denn sonst läge bereits ein Totschlag gemäß § 212 Abs. 1 StGB vor. Der Vorsatz bezieht sich nur auf die Verletzung des Körpers, während hinsichtlich des Tötungserfolgs lediglich Fahrlässigkeit erforderlich ist.

Der entscheidende Unterschied liegt also darin, ob sich der Vorsatz auch auf das qualifizierende Merkmal erstrecken muss oder ob insoweit Fahrlässigkeit genügt.

Merke

Arten von Qualifikationen: Vorsatzqualifikation und Erfolgsqualifikation

  • Vorsatzqualifikation / Qualifiziertes Delikt / Echte Qualifikation
    • Vorsatz auch bzgl. aller Tatbestandsmerkmale der Qualifikation erforderlich
    • Beispiel: Gefährliche Körperverletzung mit einer Waffe gem. § 224 I Nr. 2 Alt. 2 StGB ist Vorsatzqualifikation für die Körperverletzung gem. § 223 I StGB, d.h. Vorsatz muss sich auch auf Begehung mittels einer Waffe beziehen, nicht nur auf Verletzung des Körpers
    • Normale“ Form der Qualifikation (wenn keine Erfolgsqualifikation vorliegt)
  • Erfolgsqualifikation / Erfolgsqualifiziertes Delikt
    • Nur Fahrlässigkeit hinsichtlich qualifizierender Folge erforderlich, § 18 StGB: Vorsatz muss sich nur auf Grunddelikt beziehen, nicht auf qualifizierende Folge
    • Als Vorsatz-Fahrlässigkeitskombination dennoch insgesamt ein Vorsatzdelikt, § 11 II StGB
    • Beispiel: Körperverletzung mit Todesfolge gem. § 227 StGB ist Erfolgsqualifikation für die Körperverletzung gem. § 223 I StGB, d.h. Vorsatz muss nicht auf die Tötung eines Menschen beziehen (sonst läge auch bereits ein Totschlag gem. § 212 I StGB vor), nur auf Verletzung des Körpers (hinsichtlich des Tötungserfolgs ist allerdings Fahrlässigkeit erforderlich)

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Frage 1/7

T verletzt O absichtlich mit einem Küchenmesser, um ihn schwer zu verletzen. Welche Schritte sind bei der Prüfung dieser Vorsatzqualifikation zu beachten?

Zuerst wird der objektive Tatbestand des Grunddelikts geprüft.
Zuerst wird der subjektive Tatbestand der Qualifikation geprüft.
Danach wird der objektive Tatbestand der Qualifikation geprüft.
Die Rechtswidrigkeit wird nach der Qualifikation geprüft.
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